Absente Körper und institutionelle Doppelgänger. Zur kollektiven Vorbereitung altersgruppenbezogener Teilnehmerschaften

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Absente Körper und institutionelle Doppelgänger. Zur kollektiven Vorbereitung altersgruppenbezogener Teilnehmerschaften. / Alberth, Lars.
Materialitäten der Kindheit: Körper - Dinge - Räume. ed. / Sabine Bollig; Lars Alberth; Larissa Schindler. 1. ed. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2020. p. 123-139 (Kinder, Kindheiten und Kindheitsforschung; Vol. 22).

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Alberth, L 2020, Absente Körper und institutionelle Doppelgänger. Zur kollektiven Vorbereitung altersgruppenbezogener Teilnehmerschaften. in S Bollig, L Alberth & L Schindler (eds), Materialitäten der Kindheit: Körper - Dinge - Räume. 1 edn, Kinder, Kindheiten und Kindheitsforschung, vol. 22, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, pp. 123-139. https://doi.org/10.1007/978-3-658-25532-9_7

APA

Alberth, L. (2020). Absente Körper und institutionelle Doppelgänger. Zur kollektiven Vorbereitung altersgruppenbezogener Teilnehmerschaften. In S. Bollig, L. Alberth, & L. Schindler (Eds.), Materialitäten der Kindheit: Körper - Dinge - Räume (1 ed., pp. 123-139). (Kinder, Kindheiten und Kindheitsforschung; Vol. 22). VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-658-25532-9_7

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Alberth L. Absente Körper und institutionelle Doppelgänger. Zur kollektiven Vorbereitung altersgruppenbezogener Teilnehmerschaften. In Bollig S, Alberth L, Schindler L, editors, Materialitäten der Kindheit: Körper - Dinge - Räume. 1 ed. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2020. p. 123-139. (Kinder, Kindheiten und Kindheitsforschung). Epub 2019 Sept. doi: 10.1007/978-3-658-25532-9_7

Bibtex

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abstract = "Die praxistheoretische Vorstellung, empririsch beobachtbare K{\"o}rper w{\"u}rden erst durch die Teilnahme an Praktiken selbst hervorgebracht, blendet die generational, d. h. altersgruppenbezogen ungleich verteilten Voraussetzungen f{\"u}r die Teilnahme an Praktiken aus: Der Kontext von Praktiken bleibt unterspezifiziert und die Selektion der Teilnahme ist auf Vormarkierungen der K{\"o}rper angewiesen. Um diese Prozesse zu veranschaulichen wird auf das Theorievokabular des symbolischen Interaktionismus zur{\"u}ckgegriffen. Dieser ist aufgrund der Vorstellung {\"u}bersituativer Verl{\"a}ufe sozialer Organisation besonders dazu geeignet, die kollektive Vorbereitung ungleicher Teilnahmerschaften zu rekonstruieren. Als empirischer Fall dient die k{\"o}rperliche Absenz von Kindern in den sie betreffenden gerichtlichen Sorgerechtsverfahren in den USA. Diese fehlende Teilnahme wird erst m{\"o}glich durch die den Verhandlungen vorhergehende Etablierung eines institutionellen Doppelg{\"a}ngers des Kindes, der durch Erwachsene in ihrer Funktion als Verfahrensbeist{\"a}nde („guardian ad litem“) verk{\"o}rpert wird. Die Karriere dieses institutionellen Doppelg{\"a}ngers beginnt mit der Transformation des konkret verletzbaren Kinderk{\"o}rpers in eine rechtliche Kategorie, f{\"u}hrt in einem zweiten Schritt zu einer Trennung von Kindesstimme und seiner Repr{\"a}sentation durch die Erwachsenen und endet schlie{\ss}lich in einer Allianz von guardian ad litem und Gericht, die sich vom Willen des Kindes zugunsten der gesetzlich vorgegebenen Abfolge von Sorgel{\"o}sungen distanziert.",
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author = "Lars Alberth",
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doi = "10.1007/978-3-658-25532-9_7",
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RIS

TY - CHAP

T1 - Absente Körper und institutionelle Doppelgänger. Zur kollektiven Vorbereitung altersgruppenbezogener Teilnehmerschaften

AU - Alberth, Lars

PY - 2020

Y1 - 2020

N2 - Die praxistheoretische Vorstellung, empririsch beobachtbare Körper würden erst durch die Teilnahme an Praktiken selbst hervorgebracht, blendet die generational, d. h. altersgruppenbezogen ungleich verteilten Voraussetzungen für die Teilnahme an Praktiken aus: Der Kontext von Praktiken bleibt unterspezifiziert und die Selektion der Teilnahme ist auf Vormarkierungen der Körper angewiesen. Um diese Prozesse zu veranschaulichen wird auf das Theorievokabular des symbolischen Interaktionismus zurückgegriffen. Dieser ist aufgrund der Vorstellung übersituativer Verläufe sozialer Organisation besonders dazu geeignet, die kollektive Vorbereitung ungleicher Teilnahmerschaften zu rekonstruieren. Als empirischer Fall dient die körperliche Absenz von Kindern in den sie betreffenden gerichtlichen Sorgerechtsverfahren in den USA. Diese fehlende Teilnahme wird erst möglich durch die den Verhandlungen vorhergehende Etablierung eines institutionellen Doppelgängers des Kindes, der durch Erwachsene in ihrer Funktion als Verfahrensbeistände („guardian ad litem“) verkörpert wird. Die Karriere dieses institutionellen Doppelgängers beginnt mit der Transformation des konkret verletzbaren Kinderkörpers in eine rechtliche Kategorie, führt in einem zweiten Schritt zu einer Trennung von Kindesstimme und seiner Repräsentation durch die Erwachsenen und endet schließlich in einer Allianz von guardian ad litem und Gericht, die sich vom Willen des Kindes zugunsten der gesetzlich vorgegebenen Abfolge von Sorgelösungen distanziert.

AB - Die praxistheoretische Vorstellung, empririsch beobachtbare Körper würden erst durch die Teilnahme an Praktiken selbst hervorgebracht, blendet die generational, d. h. altersgruppenbezogen ungleich verteilten Voraussetzungen für die Teilnahme an Praktiken aus: Der Kontext von Praktiken bleibt unterspezifiziert und die Selektion der Teilnahme ist auf Vormarkierungen der Körper angewiesen. Um diese Prozesse zu veranschaulichen wird auf das Theorievokabular des symbolischen Interaktionismus zurückgegriffen. Dieser ist aufgrund der Vorstellung übersituativer Verläufe sozialer Organisation besonders dazu geeignet, die kollektive Vorbereitung ungleicher Teilnahmerschaften zu rekonstruieren. Als empirischer Fall dient die körperliche Absenz von Kindern in den sie betreffenden gerichtlichen Sorgerechtsverfahren in den USA. Diese fehlende Teilnahme wird erst möglich durch die den Verhandlungen vorhergehende Etablierung eines institutionellen Doppelgängers des Kindes, der durch Erwachsene in ihrer Funktion als Verfahrensbeistände („guardian ad litem“) verkörpert wird. Die Karriere dieses institutionellen Doppelgängers beginnt mit der Transformation des konkret verletzbaren Kinderkörpers in eine rechtliche Kategorie, führt in einem zweiten Schritt zu einer Trennung von Kindesstimme und seiner Repräsentation durch die Erwachsenen und endet schließlich in einer Allianz von guardian ad litem und Gericht, die sich vom Willen des Kindes zugunsten der gesetzlich vorgegebenen Abfolge von Sorgelösungen distanziert.

KW - Soziologie

KW - Körperliche Absenz

KW - Generationale Ordnung

KW - Sorgerechtsverfahren, USA

KW - Symbolischer Interaktionismus

KW - Ungleichheit

KW - Erziehungswissenschaften

KW - Kindheit

KW - Kindheitsforschung

KW - Kinder

UR - https://d-nb.info/1176675664

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M3 - Aufsätze in Sammelwerken

SN - 978-3-658-25531-2

T3 - Kinder, Kindheiten und Kindheitsforschung

SP - 123

EP - 139

BT - Materialitäten der Kindheit

A2 - Bollig, Sabine

A2 - Alberth, Lars

A2 - Schindler, Larissa

PB - VS Verlag für Sozialwissenschaften

CY - Wiesbaden

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