Zur Information: Der blinde Fleck im Transhumanismus

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Der Begriff Informatik lässt sich auf das lateinische in formatio (Ein-Bildung) zurückführen. Bildung ist aus humanistischer Perspektive Mittel zum Zweck, das Menschliche im Menschen hervorzubringen und zu vervollkommnen. In Abgrenzung dazu zielt der Transhumanismus darauf ab, dasjenige, was den Menschen in seinem Menschsein begrenzt, mithilfe neuer Technologien zu überwinden.
Zu diesen neuen Technologien gehört die Informationstechnologie. Sie bietet grundsätzlich die Möglichkeit, die Welt in die denkbar kleinsten Bestandteile zu zerlegen – in Nullen und Einsen – um aus diesen wiederum gänzlich neuartige Welten zu generieren.
Der Mensch als Informatiker nimmt die Rolle eines Schöpfers an, dem allerdings die Möglichkeit verwehrt bleibt, selbst Teil seiner Schöpfung zu sein. Als körperliches Wesen kann er nicht in die von ihm geschaffene virtuelle Welt übergehen. Aus transhumanistischer Perspektive eröffnet sich nun mithilfe der sogenannten Gehirnemulation unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, die Biologie gänzlich zu überwinden und vollständig virtuell zu existieren. Damit würde der Mensch nicht nur neue Welten schaffen,
sondern sich selbst transzendierend in die von ihm geschaffenen Welten hineinbilden.

Der Beitrag wird die Möglichkeiten der Gehirnemulation aus informationspädagogischer Perspektive beleuchten, dabei wird unter Berücksichtigung aktueller deutsch- und englischsprachiger Publikationen insbesondere die enge Verbindung zwischen Bildung, Informatik und Transhumanismus herausgearbeitet.
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftFIfF-Kommunikation
Ausgabenummer2/2016
Seiten (von - bis)32-36
Anzahl der Seiten5
ISSN0938-3476
PublikationsstatusErschienen - 06.2016