Familienhebammen als Mütterhebammen
Publikation: Beiträge in Zeitschriften › Zeitschriftenaufsätze › Forschung › begutachtet
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Im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen werden seit 2006 flächendeckend Familienhebammen eingesetzt, die im Schnittfeld zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsförderung agieren und damit die Lücke in der Versorgungsstruktur der unter Dreijährigen schließen sollen. Qua Bezeichnung und Konzeption sind Familienhebammen dabei nicht mehr nur für Mutter und Kind zuständig – ihre professionelle Perspektive erweitert sich auf die Gesamtfamilie, das heißt, sie bezieht Väter und andere primäre Bezugspersonen mit ein. Aus empirischer Perspektive kann dies gleichwohl nicht als gegeben angenommen werden. Es muss vielmehr gefragt werden wie Familienhebammen Familie und damit ihre Zuständigkeit handelnd herstellen. Der folgende Artikel geht dieser Frage anhand der Analyse von ethnographischen Beobachtungsprotokollen zu Hausbesuchen, die aus einer Studie zum Handeln von Familienhebammen stammen, nach. Deutlich wird, dass Familienhebammen weniger Familie im Sinne der Konzeption, sondern vielmehr spezifische Formen von Mutterschaft herstellen, die sich als „Mother in the Making“ also als unfertige Mutterschaften beschreiben lassen und die durch die Familienhebamme in ihrer Mutterwerdung unterstützt werden. Familie wird so zu einer weiblichen Sorgebeziehung, die sich sowohl über Mutterschaft, als auch über Großmutterschaft nachzeichnen lässt: Familienhebammen werden zu Mütterhebammen.
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Zeitschrift | Soziale Passagen |
| Jahrgang | 9 |
| Ausgabenummer | 2 |
| Seiten (von - bis) | 365-380 |
| Anzahl der Seiten | 16 |
| ISSN | 1867-0180 |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Erschienen - 2017 |
| Extern publiziert | Ja |
Bibliographische Notiz
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- Sozialwesen - Frühe Hilfen, Familienhebammen, (Professionelles) Handeln, Elternschaft, Mutterschaft
- Soziologie
