The Creation of the World out of Exhaustion

Aktivität: Vorträge und GastvorlesungenKonferenzvorträgeForschung

Anne Gräfe - Sprecher*in

Überfluss, Exzess und Ekstase sind einerseits Marker einer neoliberalen Aufmerksamkeitsökonomie, in der das Begehren des Mehr geweckt und zur Dekadenz des Luxus des Zuviels materialisiert wird, um in planetarischer Erschöpfung und Überforderung zu münden. Zugleich zeitigen gegenwärtige künstlerische Arbeiten zu eben jenen Phänomenen von Exzess bis Erschöpfung einen Ausweg, der nicht als reine Opposition, sondern als ekstatische Überschreitungen verstanden werden kann. Ganz ähnlich grundiert Nancys Krisendiagnose von der Erschöpfung der Philosophie als Metaphysik auch seine politische Theorie der Mondialisation: "The fact that the world is destroying itself is not a hypothesis: it is, in a sense, the fact from which any thinking of the world follows" (CW, 35). Dieses Denken der Welt aus der Zerstörung beinhaltet zugleich eine creation der Welt aus dem Zuviel des Exzess der Erschöpfung als Möglichkeit. Denn die „ The world is a possibility before being a reality, reversing the perspective from the given to the giving,[…]. The "best of all possible worlds" is an expression that refers above all to the activity by which this world is drawn (or draws itself) from the immensity of possibilities.“ Der Vortrag zeigt anhand künstlerischer Arbeiten der Gegenwart wie das Aushalten und Annehmen des Entropieprinzips, der Erschöpfung, eine ästhetische Erfahrung ermöglicht, welche im Zustand des Chaos und der Unordnung der Welt so etwas wie eine Sensibilisierung gestattet, im erschöpften Zustand feinfühlig zu werden – und nicht abgestumpft.
29.02.202401.03.2024

Veranstaltung

Disruption, Technique, World: Thinking the Present with Jean-Luc Nancy

29.02.2401.03.24

Berlin, Berlin, Deutschland

Veranstaltung: Konferenz