Zeitliches Existenzminimum: Zur Rekonstruktion des verfassungsrechtlichen Existenzminimums unter Berücksichtigung von Zeit als Voraussetzung menschenwürdiger Existenz
Research output: Journal contributions › Journal articles › Research › peer-review
Authors
Der Beitrag entwickelt das Konzept eines zeitlichen Existenzminimums als notwen
dige Ausprägung des bislang nur in seiner monetären Dimension anerkannten
verfassungsrechtlichen Existenzminimums. Denn um die anerkannten Zwecke des
Existenzminimums, Schutz der physischen Existenz und der sozialen Teilhabe,
zu erreichen, braucht es nicht nur Geld, sondern auch Zeit: So ist die physische
Existenz gefährdet, wenn Zeit für Schlaf fehlt, und die soziale Teilhabe einge
schränkt, wenn es an Zeit für politische Partizipation mangelt. Der Beitrag ist in
vier inhaltliche Abschnitte gegliedert. Er beginnt mit einer Analyse, wie die Vertei
lung von Zeit gesellschaftliche Machtverhältnisse widerspiegelt. Sodann bietet er
einen rechtstheoretischen Zugriff auf das Verständnis von Zeit in der Rechtswis
senschaft. Darauf aufbauend erläutert er die Konstruktion eines auf der Verfassung
beruhenden zeitlichen Existenzminimums, das ein Mindestmaß frei verfügbarer
Zeit schützt. Im letzten Teil erörtert er die mögliche einfachrechtliche de lege feren
da Umsetzung, etwa auf individueller Ebene durch Ausweitung des Anspruchs auf
Kinderbetreuung und auf kollektiver Ebene durch zeitsensible Stadtplanung.
dige Ausprägung des bislang nur in seiner monetären Dimension anerkannten
verfassungsrechtlichen Existenzminimums. Denn um die anerkannten Zwecke des
Existenzminimums, Schutz der physischen Existenz und der sozialen Teilhabe,
zu erreichen, braucht es nicht nur Geld, sondern auch Zeit: So ist die physische
Existenz gefährdet, wenn Zeit für Schlaf fehlt, und die soziale Teilhabe einge
schränkt, wenn es an Zeit für politische Partizipation mangelt. Der Beitrag ist in
vier inhaltliche Abschnitte gegliedert. Er beginnt mit einer Analyse, wie die Vertei
lung von Zeit gesellschaftliche Machtverhältnisse widerspiegelt. Sodann bietet er
einen rechtstheoretischen Zugriff auf das Verständnis von Zeit in der Rechtswis
senschaft. Darauf aufbauend erläutert er die Konstruktion eines auf der Verfassung
beruhenden zeitlichen Existenzminimums, das ein Mindestmaß frei verfügbarer
Zeit schützt. Im letzten Teil erörtert er die mögliche einfachrechtliche de lege feren
da Umsetzung, etwa auf individueller Ebene durch Ausweitung des Anspruchs auf
Kinderbetreuung und auf kollektiver Ebene durch zeitsensible Stadtplanung.
| Original language | German |
|---|---|
| Journal | Rechtswissenschaft : Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung |
| Volume | 16 |
| Issue number | 1 |
| Pages (from-to) | 69-99 |
| Number of pages | 31 |
| ISSN | 1868-8098 |
| DOIs | |
| Publication status | Published - 11.2025 |
