Volkserziehung oder Institutionenreform? ein Kommentar zu Werner Patzelts Bürgerschelte in der PVS 4/1998

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Der Beitrag greift Patzelts These eines latenten Verfassungskonflikts zwischen Bürgern und Politikern auf. Patzelts Auffassung, derzufolge die Demokratievorstellungen der Bürger falsch und korrekturbedürftig seien, stelle ich drei Thesen entgegen. Erstens sind die Demokratievorstellungen von Politikern und Bürgern nicht einfach falsch oder richtig; vielmehr zeichnen sie sich durch Gegensätze aus, die sich aus den unterschiedlichen Rollenperspektiven von Politikanbietern und Politikabnehmern ergeben. Zweitens sind diese Gegensätze nicht durch Erziehung, sondern nur durch Anreizveränderungen und das heißt: durch institutionelle Reformen zu überbrücken. Gefragt ist ein Anreizsystem, das den Rollentausch zwischen Bürgern und Politikern ermöglicht und damit deren wechselseitige Lernbereitschaft erhöht. Als meine dritte These lege ich dar, dass die Ausstattung des Souveräns mit Sachstimmrechten genau diesen Rollentausch ermöglicht und deshalb geeignet ist, das institutionelle Anreizsystem in der geforderten Weise zu rejustieren.
Translated title of the contributionEducating People or Reforming Institutions? Response to Werner Patzelt
Original languageGerman
JournalPolitische Vierteljahresschrift
Volume41
Issue number2
Pages (from-to)316-326
Number of pages11
ISSN0032-3470
DOIs
Publication statusPublished - 01.06.2000
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