Zeitliches Existenzminimum: Zur Rekonstruktion des verfassungsrechtlichen Existenzminimums unter Berücksichtigung von Zeit als Voraussetzung menschenwürdiger Existenz
Publikation: Beiträge in Zeitschriften › Zeitschriftenaufsätze › Forschung › begutachtet
Standard
in: Rechtswissenschaft : Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung, Jahrgang 16, Nr. 1, 11.2025, S. 69-99.
Publikation: Beiträge in Zeitschriften › Zeitschriftenaufsätze › Forschung › begutachtet
Harvard
APA
Vancouver
Bibtex
}
RIS
TY - JOUR
T1 - Zeitliches Existenzminimum
T2 - Zur Rekonstruktion des verfassungsrechtlichen Existenzminimums unter Berücksichtigung von Zeit als Voraussetzung menschenwürdiger Existenz
AU - Bertram, Alice
PY - 2025/11
Y1 - 2025/11
N2 - Der Beitrag entwickelt das Konzept eines zeitlichen Existenzminimums als notwendige Ausprägung des bislang nur in seiner monetären Dimension anerkanntenverfassungsrechtlichen Existenzminimums. Denn um die anerkannten Zwecke desExistenzminimums, Schutz der physischen Existenz und der sozialen Teilhabe,zu erreichen, braucht es nicht nur Geld, sondern auch Zeit: So ist die physischeExistenz gefährdet, wenn Zeit für Schlaf fehlt, und die soziale Teilhabe eingeschränkt, wenn es an Zeit für politische Partizipation mangelt. Der Beitrag ist invier inhaltliche Abschnitte gegliedert. Er beginnt mit einer Analyse, wie die Verteilung von Zeit gesellschaftliche Machtverhältnisse widerspiegelt. Sodann bietet ereinen rechtstheoretischen Zugriff auf das Verständnis von Zeit in der Rechtswissenschaft. Darauf aufbauend erläutert er die Konstruktion eines auf der Verfassungberuhenden zeitlichen Existenzminimums, das ein Mindestmaß frei verfügbarerZeit schützt. Im letzten Teil erörtert er die mögliche einfachrechtliche de lege ferenda Umsetzung, etwa auf individueller Ebene durch Ausweitung des Anspruchs aufKinderbetreuung und auf kollektiver Ebene durch zeitsensible Stadtplanung.
AB - Der Beitrag entwickelt das Konzept eines zeitlichen Existenzminimums als notwendige Ausprägung des bislang nur in seiner monetären Dimension anerkanntenverfassungsrechtlichen Existenzminimums. Denn um die anerkannten Zwecke desExistenzminimums, Schutz der physischen Existenz und der sozialen Teilhabe,zu erreichen, braucht es nicht nur Geld, sondern auch Zeit: So ist die physischeExistenz gefährdet, wenn Zeit für Schlaf fehlt, und die soziale Teilhabe eingeschränkt, wenn es an Zeit für politische Partizipation mangelt. Der Beitrag ist invier inhaltliche Abschnitte gegliedert. Er beginnt mit einer Analyse, wie die Verteilung von Zeit gesellschaftliche Machtverhältnisse widerspiegelt. Sodann bietet ereinen rechtstheoretischen Zugriff auf das Verständnis von Zeit in der Rechtswissenschaft. Darauf aufbauend erläutert er die Konstruktion eines auf der Verfassungberuhenden zeitlichen Existenzminimums, das ein Mindestmaß frei verfügbarerZeit schützt. Im letzten Teil erörtert er die mögliche einfachrechtliche de lege ferenda Umsetzung, etwa auf individueller Ebene durch Ausweitung des Anspruchs aufKinderbetreuung und auf kollektiver Ebene durch zeitsensible Stadtplanung.
U2 - 10.5771/1868-8098-2025-1-69
DO - 10.5771/1868-8098-2025-1-69
M3 - Zeitschriftenaufsätze
VL - 16
SP - 69
EP - 99
JO - Rechtswissenschaft : Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung
JF - Rechtswissenschaft : Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung
SN - 1868-8098
IS - 1
ER -
