Bestimmung von Pflanzenschutzmitteln im Stammablaufwasser von Buchen (Fagus Sylvatica L.)

Research output: Journal contributionsJournal articlesResearch

Standard

Bestimmung von Pflanzenschutzmitteln im Stammablaufwasser von Buchen (Fagus Sylvatica L.). / Bernhardt, Andreas; Palm, Wolf-Ulrich; Ruck, Wolfgang.

In: Vom Wasser, Vol. 98, 2002, p. 29-36.

Research output: Journal contributionsJournal articlesResearch

Harvard

APA

Vancouver

Bibtex

@article{80668fe4871b4b17844076dbfe0a2e2a,
title = "Bestimmung von Pflanzenschutzmitteln im Stammablaufwasser von Buchen (Fagus Sylvatica L.)",
abstract = "Im Vergleich zu anderen Baumarten flie{\ss}en bei Buchen bis zu 20 % des Regenwassers am Stamm herunter. Mit diesem Regenwasser k{\"o}nnen hohe Konzentrationen an Schadstoffen in das Erdreich rund um den Stamm gesp{\"u}lt werden. Die B{\"o}den rund um den Stamm werden demzufolge als hochbelastete Mikro-{\"O}kosysteme bezeichnet. Im aktuellen Wald-Monitoring-Programm werden lediglich 22 % der Buchenfl{\"a}chen als gesund eingestuft. Ein m{\"o}glicher Zusammenhang zwischen dem hohen Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und der Sch{\"a}digung von Laubb{\"a}umen wurde bislang kaum untersucht. Daher wurde die Konzentration von folgenden 14 Pestiziden, die in Europa in gro{\ss}en Mengen eingesetzt werden, im Stammablauf verschiedener Buchen und im Regenwasser im Norddeutschen Tiefland untersucht: Isoproturon, 2,4-Dichlorphenoxyessigs{\"a}ure (2,4-D), Atrazin, Chlortoluron, Bromoxynil, Terbuthylazin, Metamitron, Bentazon, Ethofumesat, Metazachlor, Pendimethalin, Phenmedipham, Desethyl-Atrazin (DEA), Desisopropyl-Atrazin (DIA). Die Probenahme wird beschrieben. Die Probenaufarbeitung erfolgte durch Festphasenextraktion und die Identifikation der Pestizide mithilfe der HPLC-ESI-MS. Vorgestellt werden die Ergebnisse eines Regenereignisses am 25. September 2000, etwa zwei Wochen nach Aussaat des Wintergetreides und der Ausbringung der Pestizide. Isoproturon konnte sowohl in Stammablaufw{\"a}ssern als auch in parallel dazu genommenen Regenproben in Konzentrationen zwischen 90 und 360 ng/l nachgewiesen werden. Zus{\"a}tzlich wiesen zwei von drei Stammablaufproben Metazachlor-Konzentrationen von ca. 200 ng/l auf, w{\"a}hrend Ethofumesat in einer Probe in einer Konzentration von ca. 270 ng/l nachgewiesen wurde. Da Ethofumesat ausschlie{\ss}lich im Fr{\"u}hjahr beim R{\"u}benanbau eingesetzt wird, fehlt vor allem f{\"u}r diesen Befund bisher eine schl{\"u}ssige Erkl{\"a}rung. Es konnte insgesamt gezeigt werden, dass Buchenw{\"a}lder nicht nur f{\"u}r unpolare Substanzen sondern auch f{\"u}r polare Substanzen eine Senke darstellen, die in der bisherigen Forschung m{\"o}glicherweise untersch{\"a}tzt wurde. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass die Bestimmung von Pestizid-Konzentrationen im Stammablaufwasser von Buchen aufgrund der Matrixeffekte gro{\ss}e Probleme aufweist.",
keywords = "Chemie",
author = "Andreas Bernhardt and Wolf-Ulrich Palm and Wolfgang Ruck",
year = "2002",
language = "Deutsch",
volume = "98",
pages = "29--36",
journal = "Vom Wasser",
issn = "0083-6915",
publisher = "Wiley-VCH Verlag",

}

RIS

TY - JOUR

T1 - Bestimmung von Pflanzenschutzmitteln im Stammablaufwasser von Buchen (Fagus Sylvatica L.)

AU - Bernhardt, Andreas

AU - Palm, Wolf-Ulrich

AU - Ruck, Wolfgang

PY - 2002

Y1 - 2002

N2 - Im Vergleich zu anderen Baumarten fließen bei Buchen bis zu 20 % des Regenwassers am Stamm herunter. Mit diesem Regenwasser können hohe Konzentrationen an Schadstoffen in das Erdreich rund um den Stamm gespült werden. Die Böden rund um den Stamm werden demzufolge als hochbelastete Mikro-Ökosysteme bezeichnet. Im aktuellen Wald-Monitoring-Programm werden lediglich 22 % der Buchenflächen als gesund eingestuft. Ein möglicher Zusammenhang zwischen dem hohen Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und der Schädigung von Laubbäumen wurde bislang kaum untersucht. Daher wurde die Konzentration von folgenden 14 Pestiziden, die in Europa in großen Mengen eingesetzt werden, im Stammablauf verschiedener Buchen und im Regenwasser im Norddeutschen Tiefland untersucht: Isoproturon, 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D), Atrazin, Chlortoluron, Bromoxynil, Terbuthylazin, Metamitron, Bentazon, Ethofumesat, Metazachlor, Pendimethalin, Phenmedipham, Desethyl-Atrazin (DEA), Desisopropyl-Atrazin (DIA). Die Probenahme wird beschrieben. Die Probenaufarbeitung erfolgte durch Festphasenextraktion und die Identifikation der Pestizide mithilfe der HPLC-ESI-MS. Vorgestellt werden die Ergebnisse eines Regenereignisses am 25. September 2000, etwa zwei Wochen nach Aussaat des Wintergetreides und der Ausbringung der Pestizide. Isoproturon konnte sowohl in Stammablaufwässern als auch in parallel dazu genommenen Regenproben in Konzentrationen zwischen 90 und 360 ng/l nachgewiesen werden. Zusätzlich wiesen zwei von drei Stammablaufproben Metazachlor-Konzentrationen von ca. 200 ng/l auf, während Ethofumesat in einer Probe in einer Konzentration von ca. 270 ng/l nachgewiesen wurde. Da Ethofumesat ausschließlich im Frühjahr beim Rübenanbau eingesetzt wird, fehlt vor allem für diesen Befund bisher eine schlüssige Erklärung. Es konnte insgesamt gezeigt werden, dass Buchenwälder nicht nur für unpolare Substanzen sondern auch für polare Substanzen eine Senke darstellen, die in der bisherigen Forschung möglicherweise unterschätzt wurde. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass die Bestimmung von Pestizid-Konzentrationen im Stammablaufwasser von Buchen aufgrund der Matrixeffekte große Probleme aufweist.

AB - Im Vergleich zu anderen Baumarten fließen bei Buchen bis zu 20 % des Regenwassers am Stamm herunter. Mit diesem Regenwasser können hohe Konzentrationen an Schadstoffen in das Erdreich rund um den Stamm gespült werden. Die Böden rund um den Stamm werden demzufolge als hochbelastete Mikro-Ökosysteme bezeichnet. Im aktuellen Wald-Monitoring-Programm werden lediglich 22 % der Buchenflächen als gesund eingestuft. Ein möglicher Zusammenhang zwischen dem hohen Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und der Schädigung von Laubbäumen wurde bislang kaum untersucht. Daher wurde die Konzentration von folgenden 14 Pestiziden, die in Europa in großen Mengen eingesetzt werden, im Stammablauf verschiedener Buchen und im Regenwasser im Norddeutschen Tiefland untersucht: Isoproturon, 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D), Atrazin, Chlortoluron, Bromoxynil, Terbuthylazin, Metamitron, Bentazon, Ethofumesat, Metazachlor, Pendimethalin, Phenmedipham, Desethyl-Atrazin (DEA), Desisopropyl-Atrazin (DIA). Die Probenahme wird beschrieben. Die Probenaufarbeitung erfolgte durch Festphasenextraktion und die Identifikation der Pestizide mithilfe der HPLC-ESI-MS. Vorgestellt werden die Ergebnisse eines Regenereignisses am 25. September 2000, etwa zwei Wochen nach Aussaat des Wintergetreides und der Ausbringung der Pestizide. Isoproturon konnte sowohl in Stammablaufwässern als auch in parallel dazu genommenen Regenproben in Konzentrationen zwischen 90 und 360 ng/l nachgewiesen werden. Zusätzlich wiesen zwei von drei Stammablaufproben Metazachlor-Konzentrationen von ca. 200 ng/l auf, während Ethofumesat in einer Probe in einer Konzentration von ca. 270 ng/l nachgewiesen wurde. Da Ethofumesat ausschließlich im Frühjahr beim Rübenanbau eingesetzt wird, fehlt vor allem für diesen Befund bisher eine schlüssige Erklärung. Es konnte insgesamt gezeigt werden, dass Buchenwälder nicht nur für unpolare Substanzen sondern auch für polare Substanzen eine Senke darstellen, die in der bisherigen Forschung möglicherweise unterschätzt wurde. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass die Bestimmung von Pestizid-Konzentrationen im Stammablaufwasser von Buchen aufgrund der Matrixeffekte große Probleme aufweist.

KW - Chemie

UR - https://www.tib.eu/de/suchen/id/ceaba%3ACEAB20020600847/Bestimmung-von-Pflanzenschutzmitteln-im-Stammablaufwasser/

M3 - Zeitschriftenaufsätze

VL - 98

SP - 29

EP - 36

JO - Vom Wasser

JF - Vom Wasser

SN - 0083-6915

ER -