Rechnende Tiere: Zootechnologien aus dem Ozean

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Der vorliegende Beitrag stellt die vielfach postulierte kybernetische Nivellierung ontologischer Differenzen im 20. Jahrhundert in Frage, indem er zwei historisch distinkte Konstellationen von Mensch, Tier und Computer miteinander verknüpft und diskutiert. Am Beispiel der Delphin-Kommunikationsexperimente des Biophysikers John C. Lilly aus den 1960er Jahren und der Schwarmintelligenzforschung in der Informatik um 1990 wird vielmehr argumentiert, dass Tiere hier unter dem Primat eines radikalen Entzugs von Natürlichkeit neuartige epistemische Prozesse initiieren: Sie erscheinen nicht mehr als »das Andere« oder »das Gleiche« von Mensch und Maschine, sondern als operationale Systemtiere in medientechnisch determinierten Settings. Diese Transformation von tierischen Akteuren zu »rechnenden Tieren« ist mit einem konzeptuellen Umbruch in den Computerwissenschaften korelliert, nach dem »Intelligenz« nicht mehr als Implementation von repräsentationalem »Expertenwissen«, sondern als »relationales Handelns« gedacht wird.
Original languageGerman
JournalZeitschrift für Medienwissenschaft
Volume3
Issue number4
Pages (from-to)58-70
Number of pages13
ISSN1869-1722
DOIs
Publication statusPublished - 2011

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