Postwachstum gestalten: designethnografische Perspektiven auf Prototypen des gesellschaftlichen Wandels

Research output: Books and anthologiesMonographsResearch

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Postwachstum gestalten: designethnografische Perspektiven auf Prototypen des gesellschaftlichen Wandels. / Ibach, Merle.
Bielefeld: transcript Verlag, 2026. 271 p. (Design; Vol. 62).

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Ibach M. Postwachstum gestalten: designethnografische Perspektiven auf Prototypen des gesellschaftlichen Wandels. Bielefeld: transcript Verlag, 2026. 271 p. (Design). doi: 10.14361/9783839471357

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title = "Postwachstum gestalten: designethnografische Perspektiven auf Prototypen des gesellschaftlichen Wandels",
abstract = "Die vorliegende Dissertation untersucht urbane Zukunftslabore als Akteure einer {\"o}kosozialen Transformation, die eine Postwachstumsgesellschaft gestaltend vorantreiben. Im Fokus steht die Projektgemeinschaft Wir Bauen Zukunft, deren kreative und partizipative Praktiken sowie Netzwerke in einer ethnografischen Studie analysiert werden. Zentral ist die Frage, wie Transformation gestalterisch praktiziert und die Vision einer Postwachstumsgesellschaft in Prototypen materialisiert wird. Die Untersuchung erstreckt sich {\"u}ber vier Jahre und nutzt einen explorativen Ansatz, der es erm{\"o}glicht, unvorhergesehene Ereignisse einzubeziehen und zus{\"a}tzliche Fragestellungen zu entwickeln. Der Einsatz eines ausgebauten Camper-Vans als Forschungsmethode er{\"o}ffnet einen multiplen Erkenntniszugang und dient als erfinderische Methode, um die Postwachstumsdebatte r{\"a}umlich und k{\"o}rperlich erfahrbar zu machen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Lebensentw{\"u}rfe jenseits des Wachstums vermehrt im l{\"a}ndlichen Raum entstehen, gepr{\"a}gt von einem urbanen Lebensstil, digitaler Vernetzung und einem erh{\"o}hten Umweltbewusstsein. Trotz heterogener Ans{\"a}tze teilen die untersuchten Projektgemeinschaften eine gemeinsame Vision einer Postwachstumsgesellschaft. Ihre gestalterischen Praktiken zielen darauf ab, nicht nur konkrete Gesellschaftsentw{\"u}rfe zu schaffen, sondern auch angesichts multipler Krisen ein pr{\"a}reflexives Verst{\"a}ndnis der gesellschaftlichen Verunsicherung zu entwickeln. Die Projektgemeinschaften machen das Design zur Vermittlerin des Wandels. Dabei erscheinen die von ihnen geschaffenen Prototypen, Modelle und Zeichnungen in ihrer spielerischen und amateurhaften Anmutung in einem starken Kontrast zur Komplexit{\"a}t der sprachlich formulierten Zukunftsvision. Diese Spannung zwischen der scheinbaren Einfachheit der Prototypen und der umfassenden Vision einer Postwachstumsgesellschaft spiegelt die Ambivalenz und die Herausforderungen wider, mit denen die Zukunftslabore konfrontiert sind. Die Argumentation der Arbeit folgt dem ethnografischen Erkenntnisprozess und gliedert sich in drei Empiriekapitel: Im Kapitel Zukunft wird die Postwachstumsvision anhand verschiedener Beispiele aus dem gesammelten Material entfaltet, wobei die Vielschichtigkeit der Zukunftspraktiken sichtbar wird. Das Kapitel Selbst beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus der Auseinandersetzung der Projektgemeinschaften mit sp{\"a}tmodernen Handlungsmustern ergeben, und zeichnet die Figur des Selbst als Gegenthese zur Postwachstumsvision nach. Im Kapitel Machen werden drei Prototypen analysiert, um zu verstehen, wie die Gemeinschaften ihre Visionen praktisch verhandeln. In der Argumentation wird deutlich, dass die Postwachstumspraktiken weniger auf die Gestaltung einer neuen Gesellschaft abzielen, sondern vielmehr auf ein k{\"o}rperliches, sinnliches Verstehen und das Aushandeln einer kollektiven Vision. Durch den praktischen Umgang mit einfachen Werkzeugen wie Hammer, S{\"a}ge, 3D-Drucker oder Buntstifte wird das Bestehende umgebaut. Damit wird auch die Zukunftsorientierung im Design neu geordnet. An die Stelle einer wachstumsorientierten Sp{\"a}tmoderne tritt eine Lowtech- DIY-Transformation, die Fortschritt von Wachstum entkoppelt.",
keywords = "Postwachstums{\"o}konomie, Design, Gesellschaft, Sozialer Wandel, Zukunft, Digitale Medien, Kulturwissenschaften allg.",
author = "Merle Ibach",
note = "Zugl.: Leuphana Universit{\"a}t L{\"u}neburg, Dissertation, 2025",
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isbn = "978-3-8376-7135-3",
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RIS

TY - BOOK

T1 - Postwachstum gestalten: designethnografische Perspektiven auf Prototypen des gesellschaftlichen Wandels

AU - Ibach, Merle

N1 - Zugl.: Leuphana Universität Lüneburg, Dissertation, 2025

PY - 2026

Y1 - 2026

N2 - Die vorliegende Dissertation untersucht urbane Zukunftslabore als Akteure einer ökosozialen Transformation, die eine Postwachstumsgesellschaft gestaltend vorantreiben. Im Fokus steht die Projektgemeinschaft Wir Bauen Zukunft, deren kreative und partizipative Praktiken sowie Netzwerke in einer ethnografischen Studie analysiert werden. Zentral ist die Frage, wie Transformation gestalterisch praktiziert und die Vision einer Postwachstumsgesellschaft in Prototypen materialisiert wird. Die Untersuchung erstreckt sich über vier Jahre und nutzt einen explorativen Ansatz, der es ermöglicht, unvorhergesehene Ereignisse einzubeziehen und zusätzliche Fragestellungen zu entwickeln. Der Einsatz eines ausgebauten Camper-Vans als Forschungsmethode eröffnet einen multiplen Erkenntniszugang und dient als erfinderische Methode, um die Postwachstumsdebatte räumlich und körperlich erfahrbar zu machen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Lebensentwürfe jenseits des Wachstums vermehrt im ländlichen Raum entstehen, geprägt von einem urbanen Lebensstil, digitaler Vernetzung und einem erhöhten Umweltbewusstsein. Trotz heterogener Ansätze teilen die untersuchten Projektgemeinschaften eine gemeinsame Vision einer Postwachstumsgesellschaft. Ihre gestalterischen Praktiken zielen darauf ab, nicht nur konkrete Gesellschaftsentwürfe zu schaffen, sondern auch angesichts multipler Krisen ein präreflexives Verständnis der gesellschaftlichen Verunsicherung zu entwickeln. Die Projektgemeinschaften machen das Design zur Vermittlerin des Wandels. Dabei erscheinen die von ihnen geschaffenen Prototypen, Modelle und Zeichnungen in ihrer spielerischen und amateurhaften Anmutung in einem starken Kontrast zur Komplexität der sprachlich formulierten Zukunftsvision. Diese Spannung zwischen der scheinbaren Einfachheit der Prototypen und der umfassenden Vision einer Postwachstumsgesellschaft spiegelt die Ambivalenz und die Herausforderungen wider, mit denen die Zukunftslabore konfrontiert sind. Die Argumentation der Arbeit folgt dem ethnografischen Erkenntnisprozess und gliedert sich in drei Empiriekapitel: Im Kapitel Zukunft wird die Postwachstumsvision anhand verschiedener Beispiele aus dem gesammelten Material entfaltet, wobei die Vielschichtigkeit der Zukunftspraktiken sichtbar wird. Das Kapitel Selbst beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus der Auseinandersetzung der Projektgemeinschaften mit spätmodernen Handlungsmustern ergeben, und zeichnet die Figur des Selbst als Gegenthese zur Postwachstumsvision nach. Im Kapitel Machen werden drei Prototypen analysiert, um zu verstehen, wie die Gemeinschaften ihre Visionen praktisch verhandeln. In der Argumentation wird deutlich, dass die Postwachstumspraktiken weniger auf die Gestaltung einer neuen Gesellschaft abzielen, sondern vielmehr auf ein körperliches, sinnliches Verstehen und das Aushandeln einer kollektiven Vision. Durch den praktischen Umgang mit einfachen Werkzeugen wie Hammer, Säge, 3D-Drucker oder Buntstifte wird das Bestehende umgebaut. Damit wird auch die Zukunftsorientierung im Design neu geordnet. An die Stelle einer wachstumsorientierten Spätmoderne tritt eine Lowtech- DIY-Transformation, die Fortschritt von Wachstum entkoppelt.

AB - Die vorliegende Dissertation untersucht urbane Zukunftslabore als Akteure einer ökosozialen Transformation, die eine Postwachstumsgesellschaft gestaltend vorantreiben. Im Fokus steht die Projektgemeinschaft Wir Bauen Zukunft, deren kreative und partizipative Praktiken sowie Netzwerke in einer ethnografischen Studie analysiert werden. Zentral ist die Frage, wie Transformation gestalterisch praktiziert und die Vision einer Postwachstumsgesellschaft in Prototypen materialisiert wird. Die Untersuchung erstreckt sich über vier Jahre und nutzt einen explorativen Ansatz, der es ermöglicht, unvorhergesehene Ereignisse einzubeziehen und zusätzliche Fragestellungen zu entwickeln. Der Einsatz eines ausgebauten Camper-Vans als Forschungsmethode eröffnet einen multiplen Erkenntniszugang und dient als erfinderische Methode, um die Postwachstumsdebatte räumlich und körperlich erfahrbar zu machen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Lebensentwürfe jenseits des Wachstums vermehrt im ländlichen Raum entstehen, geprägt von einem urbanen Lebensstil, digitaler Vernetzung und einem erhöhten Umweltbewusstsein. Trotz heterogener Ansätze teilen die untersuchten Projektgemeinschaften eine gemeinsame Vision einer Postwachstumsgesellschaft. Ihre gestalterischen Praktiken zielen darauf ab, nicht nur konkrete Gesellschaftsentwürfe zu schaffen, sondern auch angesichts multipler Krisen ein präreflexives Verständnis der gesellschaftlichen Verunsicherung zu entwickeln. Die Projektgemeinschaften machen das Design zur Vermittlerin des Wandels. Dabei erscheinen die von ihnen geschaffenen Prototypen, Modelle und Zeichnungen in ihrer spielerischen und amateurhaften Anmutung in einem starken Kontrast zur Komplexität der sprachlich formulierten Zukunftsvision. Diese Spannung zwischen der scheinbaren Einfachheit der Prototypen und der umfassenden Vision einer Postwachstumsgesellschaft spiegelt die Ambivalenz und die Herausforderungen wider, mit denen die Zukunftslabore konfrontiert sind. Die Argumentation der Arbeit folgt dem ethnografischen Erkenntnisprozess und gliedert sich in drei Empiriekapitel: Im Kapitel Zukunft wird die Postwachstumsvision anhand verschiedener Beispiele aus dem gesammelten Material entfaltet, wobei die Vielschichtigkeit der Zukunftspraktiken sichtbar wird. Das Kapitel Selbst beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus der Auseinandersetzung der Projektgemeinschaften mit spätmodernen Handlungsmustern ergeben, und zeichnet die Figur des Selbst als Gegenthese zur Postwachstumsvision nach. Im Kapitel Machen werden drei Prototypen analysiert, um zu verstehen, wie die Gemeinschaften ihre Visionen praktisch verhandeln. In der Argumentation wird deutlich, dass die Postwachstumspraktiken weniger auf die Gestaltung einer neuen Gesellschaft abzielen, sondern vielmehr auf ein körperliches, sinnliches Verstehen und das Aushandeln einer kollektiven Vision. Durch den praktischen Umgang mit einfachen Werkzeugen wie Hammer, Säge, 3D-Drucker oder Buntstifte wird das Bestehende umgebaut. Damit wird auch die Zukunftsorientierung im Design neu geordnet. An die Stelle einer wachstumsorientierten Spätmoderne tritt eine Lowtech- DIY-Transformation, die Fortschritt von Wachstum entkoppelt.

KW - Postwachstumsökonomie

KW - Design

KW - Gesellschaft

KW - Sozialer Wandel

KW - Zukunft

KW - Digitale Medien

KW - Kulturwissenschaften allg.

UR - https://opac.k10plus.de/DB=2.299/PPNSET?PPN=1944079343

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U2 - 10.14361/9783839471357

DO - 10.14361/9783839471357

M3 - Monografien

SN - 978-3-8376-7135-3

T3 - Design

BT - Postwachstum gestalten: designethnografische Perspektiven auf Prototypen des gesellschaftlichen Wandels

PB - transcript Verlag

CY - Bielefeld

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DOI