Postwachstum gestalten: designethnografische Perspektiven auf Prototypen des gesellschaftlichen Wandels
Publikation: Bücher und Anthologien › Monografien › Forschung
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Bielefeld: transcript Verlag, 2026. 271 S. (Design; Band 62).
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TY - BOOK
T1 - Postwachstum gestalten: designethnografische Perspektiven auf Prototypen des gesellschaftlichen Wandels
AU - Ibach, Merle
N1 - Zugl.: Leuphana Universität Lüneburg, Dissertation, 2025
PY - 2026
Y1 - 2026
N2 - Die vorliegende Dissertation untersucht urbane Zukunftslabore als Akteure einer ökosozialen Transformation, die eine Postwachstumsgesellschaft gestaltend vorantreiben. Im Fokus steht die Projektgemeinschaft Wir Bauen Zukunft, deren kreative und partizipative Praktiken sowie Netzwerke in einer ethnografischen Studie analysiert werden. Zentral ist die Frage, wie Transformation gestalterisch praktiziert und die Vision einer Postwachstumsgesellschaft in Prototypen materialisiert wird. Die Untersuchung erstreckt sich über vier Jahre und nutzt einen explorativen Ansatz, der es ermöglicht, unvorhergesehene Ereignisse einzubeziehen und zusätzliche Fragestellungen zu entwickeln. Der Einsatz eines ausgebauten Camper-Vans als Forschungsmethode eröffnet einen multiplen Erkenntniszugang und dient als erfinderische Methode, um die Postwachstumsdebatte räumlich und körperlich erfahrbar zu machen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Lebensentwürfe jenseits des Wachstums vermehrt im ländlichen Raum entstehen, geprägt von einem urbanen Lebensstil, digitaler Vernetzung und einem erhöhten Umweltbewusstsein. Trotz heterogener Ansätze teilen die untersuchten Projektgemeinschaften eine gemeinsame Vision einer Postwachstumsgesellschaft. Ihre gestalterischen Praktiken zielen darauf ab, nicht nur konkrete Gesellschaftsentwürfe zu schaffen, sondern auch angesichts multipler Krisen ein präreflexives Verständnis der gesellschaftlichen Verunsicherung zu entwickeln. Die Projektgemeinschaften machen das Design zur Vermittlerin des Wandels. Dabei erscheinen die von ihnen geschaffenen Prototypen, Modelle und Zeichnungen in ihrer spielerischen und amateurhaften Anmutung in einem starken Kontrast zur Komplexität der sprachlich formulierten Zukunftsvision. Diese Spannung zwischen der scheinbaren Einfachheit der Prototypen und der umfassenden Vision einer Postwachstumsgesellschaft spiegelt die Ambivalenz und die Herausforderungen wider, mit denen die Zukunftslabore konfrontiert sind. Die Argumentation der Arbeit folgt dem ethnografischen Erkenntnisprozess und gliedert sich in drei Empiriekapitel: Im Kapitel Zukunft wird die Postwachstumsvision anhand verschiedener Beispiele aus dem gesammelten Material entfaltet, wobei die Vielschichtigkeit der Zukunftspraktiken sichtbar wird. Das Kapitel Selbst beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus der Auseinandersetzung der Projektgemeinschaften mit spätmodernen Handlungsmustern ergeben, und zeichnet die Figur des Selbst als Gegenthese zur Postwachstumsvision nach. Im Kapitel Machen werden drei Prototypen analysiert, um zu verstehen, wie die Gemeinschaften ihre Visionen praktisch verhandeln. In der Argumentation wird deutlich, dass die Postwachstumspraktiken weniger auf die Gestaltung einer neuen Gesellschaft abzielen, sondern vielmehr auf ein körperliches, sinnliches Verstehen und das Aushandeln einer kollektiven Vision. Durch den praktischen Umgang mit einfachen Werkzeugen wie Hammer, Säge, 3D-Drucker oder Buntstifte wird das Bestehende umgebaut. Damit wird auch die Zukunftsorientierung im Design neu geordnet. An die Stelle einer wachstumsorientierten Spätmoderne tritt eine Lowtech- DIY-Transformation, die Fortschritt von Wachstum entkoppelt.
AB - Die vorliegende Dissertation untersucht urbane Zukunftslabore als Akteure einer ökosozialen Transformation, die eine Postwachstumsgesellschaft gestaltend vorantreiben. Im Fokus steht die Projektgemeinschaft Wir Bauen Zukunft, deren kreative und partizipative Praktiken sowie Netzwerke in einer ethnografischen Studie analysiert werden. Zentral ist die Frage, wie Transformation gestalterisch praktiziert und die Vision einer Postwachstumsgesellschaft in Prototypen materialisiert wird. Die Untersuchung erstreckt sich über vier Jahre und nutzt einen explorativen Ansatz, der es ermöglicht, unvorhergesehene Ereignisse einzubeziehen und zusätzliche Fragestellungen zu entwickeln. Der Einsatz eines ausgebauten Camper-Vans als Forschungsmethode eröffnet einen multiplen Erkenntniszugang und dient als erfinderische Methode, um die Postwachstumsdebatte räumlich und körperlich erfahrbar zu machen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Lebensentwürfe jenseits des Wachstums vermehrt im ländlichen Raum entstehen, geprägt von einem urbanen Lebensstil, digitaler Vernetzung und einem erhöhten Umweltbewusstsein. Trotz heterogener Ansätze teilen die untersuchten Projektgemeinschaften eine gemeinsame Vision einer Postwachstumsgesellschaft. Ihre gestalterischen Praktiken zielen darauf ab, nicht nur konkrete Gesellschaftsentwürfe zu schaffen, sondern auch angesichts multipler Krisen ein präreflexives Verständnis der gesellschaftlichen Verunsicherung zu entwickeln. Die Projektgemeinschaften machen das Design zur Vermittlerin des Wandels. Dabei erscheinen die von ihnen geschaffenen Prototypen, Modelle und Zeichnungen in ihrer spielerischen und amateurhaften Anmutung in einem starken Kontrast zur Komplexität der sprachlich formulierten Zukunftsvision. Diese Spannung zwischen der scheinbaren Einfachheit der Prototypen und der umfassenden Vision einer Postwachstumsgesellschaft spiegelt die Ambivalenz und die Herausforderungen wider, mit denen die Zukunftslabore konfrontiert sind. Die Argumentation der Arbeit folgt dem ethnografischen Erkenntnisprozess und gliedert sich in drei Empiriekapitel: Im Kapitel Zukunft wird die Postwachstumsvision anhand verschiedener Beispiele aus dem gesammelten Material entfaltet, wobei die Vielschichtigkeit der Zukunftspraktiken sichtbar wird. Das Kapitel Selbst beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus der Auseinandersetzung der Projektgemeinschaften mit spätmodernen Handlungsmustern ergeben, und zeichnet die Figur des Selbst als Gegenthese zur Postwachstumsvision nach. Im Kapitel Machen werden drei Prototypen analysiert, um zu verstehen, wie die Gemeinschaften ihre Visionen praktisch verhandeln. In der Argumentation wird deutlich, dass die Postwachstumspraktiken weniger auf die Gestaltung einer neuen Gesellschaft abzielen, sondern vielmehr auf ein körperliches, sinnliches Verstehen und das Aushandeln einer kollektiven Vision. Durch den praktischen Umgang mit einfachen Werkzeugen wie Hammer, Säge, 3D-Drucker oder Buntstifte wird das Bestehende umgebaut. Damit wird auch die Zukunftsorientierung im Design neu geordnet. An die Stelle einer wachstumsorientierten Spätmoderne tritt eine Lowtech- DIY-Transformation, die Fortschritt von Wachstum entkoppelt.
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UR - https://opac.k10plus.de/DB=2.299/PPNSET?PPN=1944079343
UR - https://d-nb.info/1369936788
U2 - 10.14361/9783839471357
DO - 10.14361/9783839471357
M3 - Monografien
SN - 978-3-8376-7135-3
T3 - Design
BT - Postwachstum gestalten: designethnografische Perspektiven auf Prototypen des gesellschaftlichen Wandels
PB - transcript Verlag
CY - Bielefeld
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