Artist Talk - Marilyn Boror - On the Power of Names

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Die ausgestreckte Zunge auf der Einladungskarte zur aktuellen Ausstellung von Claudia Kugler in der Nürnberger Galerie Sima weckt augenscheinlich Assoziationen an die Rolling Stones oder Kiss. „Nur oberflächliche Menschen urteilen nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild. Das Geheimnis der Welt ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare“, wusste schon Oscar Wilde. Dies mag auch in Anbetracht der gezeigten Arbeiten Kuglers seine Berechtigung haben und trifft unversehens ins Schwarze, da es eine ihrer zentralen Qualitäten benennt. Schön, schimmernd, matt, glänzend, gedruckt, tapeziert oder perfekt gerahmt sind sie allesamt Spiegel- oder Projektionsflächen für (Selbst-)Reflexionen und Verschiebungen. Die Gefahr daraus resultierender Selbstverliebtheit ist der Künstlerin dennoch nicht anzukreiden – „unser Gehirn ist ein Schwamm, der sich mit Suggestionen vollsaugt, das ist alles“ (Francis Picabia). Die Ausstellung heißt „Bill“ – wie die Rechnung, wie der Gesetzentwurf. CineastInnen denken unmittelbar an Quentin Tarantinos Film „Kill Bill“ (dt.: Todesliste). Ob es der Künstlerin auch so geht, sei dahin gestellt. Kugler inszeniert die präzise Hängung der Ausstellung wie eine räumliche Sequenz von Film Stills mit Cuts und Shots. Ausschnitte einer Dialektik im Stillstand, wie Walter Benjamin wohl sagen würde. Es obliegt den RezipientInnen selbst ihren imaginären Projektionsapparat anzuwerfen.

References

TitleInstitut für Betrachtung
Media name/outletRezension
CountryGermany
Date13.02.19
URLwww.institutfuerbetrachtung.de/index.php/artikel/kuglers-todesliste.html
PersonsThorsten Schneider

Description

Die ausgestreckte Zunge auf der Einladungskarte zur aktuellen Ausstellung von Claudia Kugler in der Nürnberger Galerie Sima weckt augenscheinlich Assoziationen an die Rolling Stones oder Kiss. „Nur oberflächliche Menschen urteilen nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild. Das Geheimnis der Welt ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare“, wusste schon Oscar Wilde. Dies mag auch in Anbetracht der gezeigten Arbeiten Kuglers seine Berechtigung haben und trifft unversehens ins Schwarze, da es eine ihrer zentralen Qualitäten benennt. Schön, schimmernd, matt, glänzend, gedruckt, tapeziert oder perfekt gerahmt sind sie allesamt Spiegel- oder Projektionsflächen für (Selbst-)Reflexionen und Verschiebungen. Die Gefahr daraus resultierender Selbstverliebtheit ist der Künstlerin dennoch nicht anzukreiden – „unser Gehirn ist ein Schwamm, der sich mit Suggestionen vollsaugt, das ist alles“ (Francis Picabia). Die Ausstellung heißt „Bill“ – wie die Rechnung, wie der Gesetzentwurf. CineastInnen denken unmittelbar an Quentin Tarantinos Film „Kill Bill“ (dt.: Todesliste). Ob es der Künstlerin auch so geht, sei dahin gestellt. Kugler inszeniert die präzise Hängung der Ausstellung wie eine räumliche Sequenz von Film Stills mit Cuts und Shots. Ausschnitte einer Dialektik im Stillstand, wie Walter Benjamin wohl sagen würde. Es obliegt den RezipientInnen selbst ihren imaginären Projektionsapparat anzuwerfen.

Subject

Eine Rezension der Ausstellung "Claudia Kugler. Bill" in der Nürnberger Galerie Sima

Period13.02.2019
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