Verantwortung für Nachhaltigkeit

Projekt: Forschung

Projektbeteiligte

  • Baumgärtner, Stefan (Wissenschaftliche Projektleitung)
  • Felix John (Projektmitarbeiter*in)
  • Quaas, Martin Friedrich (Partner*in, assoziiert)
  • Klauer, Bernd (Partner*in, assoziiert)
  • Schiller, Johannes (Partner*in, assoziiert)
  • Krysiak, Frank C. (Partner*in, assoziiert)
  • Petersen, Thomas (Partner*in, assoziiert)
  • Williams, Garrath (Partner*in, assoziiert)
Die Norm der Nachhaltigkeit verpflichtet alle heutigen, individuellen und kollektiven Akteure so zu handeln, dass die Konsequenzen ihres Handelns im Einklang mit der normativen Zielvorstellung der Nachhaltigkeit stehen. In einem konkreten Handlungskontext sind für jeden einzelnen individuellen oder kollektiven Akteur die Handlungsmöglichkeiten sowie das Wissen über die Folgen der möglichen Handlungen aber begrenzt. Das wirft die Frage auf: wie kann und wie sollte ein einzelner Akteur handeln, um in seinem konkreten Handeln der Norm der Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Es kann nämlich sein, dass eine Handlung, die nach bestem Wissen und Gewissen des Handelnden nachhaltig erschien, letztlich zu einem nicht nachhaltigen Ergebnis führt.
Ein angemessenes Kriterium zur Beurteilung dieser Handlung setzt daher nicht an den Konsequenzen an, sondern hinterfragt, ob der Handelnde verantwortlich im Hinblick auf Nachhaltigkeit gehandelt hat. Das heißt, ob er im konkreten Kontext seiner möglichen Handlungsalternativen und des Wissens über deren mögliche Konsequenzen mit guten, für andere Mitglieder der Gerechtigkeitsgemeinschaft rational nachvollziehbaren Gründen so gehandelt hat. ‚Verantwortung’ im hier relevanten Sinn beinhaltet die Möglichkeit, Handlungsfolgen einem konkreten Akteur zuzuschreiben, sowie die Verpflichtung des Akteurs, dass die eigenen Handlungen bestimmten normativen Standards genügen.
Wir betrachten in diesem Rahmen ein dynamisches, von Unsicherheit bzw. Unwissenheit geprägtes Mensch-Umwelt-System und untersuchen,
(i) wie zukünftige Systemzustände heute handelnden Akteuren zugeschrieben werden können und damit die Verantwortung der Akteure quantitativ gemessen werden kann;
(ii) wie weit in die Zukunft die Verantwortung eines individuellen Akteurs oder einer Gruppe von Akteuren (im Sinne von Frage i) reicht, und wie diese Reichweite von der Systemdynamik und von den Institutionen abhängt;
(iii) welche Trade-offs zwischen den multiplen normativen Anforderungen der Nachhaltigkeit bestehen und wie diese sich auf verantwortliches Handeln auswirken;
(iv) wie Institutionen allgemein gestaltet sein sollten, um Verantwortung konsistent und effizient gewährleisten zu können (d.h. wer sollte Verantwortung wofür, gegenüber wem und in welchen Grenzen haben) und
(v) welche konkreten Empfehlungen für die Gestaltung von Institutionen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gegeben werden können.
StatusLaufend
Zeitraum01.07.1331.01.14
Art der FinanzierungKleinforschungsprojekt aus Mitteln der Leuphana Forschungsförderung