SFB "Intervenierende Künste"

Projekt: Forschung

Projektbeteiligte

Das im SFB "Intervenierende Künste" angesiedelte Teilprojekt "Künstlerische Lebenspraxis als Intervention" untersucht „weiche Avantgarden“ aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die den Anspruch therapeutisch-bildender Intervention in gesellschaftliche Krisenmomente mit dem Einsatz tradierter künstlerischer Verfahren verbinden. In diesen Praktiken manifestieren sich neue Lebensformen, Arbeits- und Beziehungsweisen, in denen sich künstlerische, politische und epistemologische Programmatiken wechselseitig bedingen: Beate Söntgen betrachtet Roger Frys reformerische Umgestaltung viktorianischer Lebens-, Wohn- und Beziehungsformen im Umfeld der Bloomsbury Group (UP 1), Mimmi Woisnitza analysiert die Laientheaterpraxis und nomadische Lebensweise der lettischen Regisseurin Asja Lacis als Entwurf alternativer Gemeinschaftsformen über sozialistisch-kommunistische Parteiideologie hinaus (UP 2) und Anna Kipke untersucht die Arbeits- und Lebensweise von Emma Kunz, die in einer Schweizer Dorfgemeinde alternative Heilmethoden mit künstlerischen Abstraktionsverfahren verbindet (UP 3). Ziel ist es, an Stelle heroisierten Bruchs das Therapeutische als künstlerische Interventionsform zur Geltung zu bringen: als eine unterbrechende, auf Neuaufteilung orientierte Praxis, die gesellschaftliche Umgestaltung nicht nur einfordert, sondern im gestalterisch-praktischen Vollzug entwirft, erprobt und umsetzt.
StatusLaufend
Zeitraum01.01.2231.12.25
Art der FinanzierungGefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft