Ökologische Funktion von halboffenen Verbundkorridoren

Projekt: Forschung

Projektbeteiligte

Die Industrialisierung im letzten Jahrhundert und die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen, Bahnlinien und Siedlungen führen zu einem immer mehr zunehmenden Verlust der Biodiversität. Dies hat Auswirkungen auf die genetische Variabilität und hat bereits in vielen Populationen zum Verlust genetischer Vielfalt geführt. Dadurch erhöht sich die Aussterbewahrscheinlichkeit der Arten und ein mittel- bis langfristiger Erhalt von vielen Arten kann nur durch eine großräumige Vernetzung von Lebensräumen erreicht werden. Klassische Korridore, die einzelne Lebensraumtypen vernetzen und damit die Konnektivität der Lebensräume wiederherstellen sollen, können aber auch als Barriere für Arten anderer Lebensraumtypen wirken und besonders ausbreitungsschwache Arten haben hier Schwierigkeiten sich auszubreiten.

Halboffene Landschaften, wie Weidelandschaften oder Wacholderheiden, beherbergen einen erheblichen Anteil der für Mitteleuropa typischen Biodiversität und können durch die vorhandenen Gebüsch und Baumgruppen nicht nur Offenlandarten, sondern auch Waldarten enthalten. Diese halboffenen Landschaften dienen somit als Übergänge zwischen zwei verschiedenen Lebensraumtypen und sind eine verbindende Struktur zwischen Wald und Offenland.

Ziel dieser Studie ist es herauszufinden, ob halboffene Landschaften, als halboffene Korridore, Flächen von zwei verschiedenen Lebensraumtypen gleichzeitig miteinander verbinden und somit die Fragmentierung des jeweils anderen Lebensraums verhindern können.

Im Bereich der tierökologischen Untersuchung wird die Ausbreitung stenotoper Laufkäfer- und Spinnenarten aus Wald und Offenland innerhalb halboffener Landschaften, durch die Installation und Auswertung von Barberfallen untersucht.
Des Weiteren soll durch Fang-Markier-Wiederfang (mark-recapture) Untersuchungen stenotoper Laufkäferarten deren Laufverhalten und Bewegungsmuster im Grenzbereich zwischen Offen- u. Waldhabitat sowie Halboffen- u. Waldhabitat untersucht werden.

Im Bereich der vegetationsökologischen Untersuchung wird die Etablierung und Reproduktion von stenotopen Wald- und Offenlandarten in den halboffenen Landschaften unter Einfluss von verschiedenen Managementmethoden (Beweidung und Abtragen des Oberbodens) mit Hilfe eines experimentellen Designs untersucht.
Weiterhin wird die Verbreitung von Wald- und Offenlandarten innerhalb der halboffenen Landschaften durch Aufnahmen der natürlichen Vegetation bestimmt.
StatusAbgeschlossen
Zeitraum01.07.1231.12.15
Art der FinanzierungGefördert vom Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des UFOPLAN 2012