Minderung der Barrierewirkung von Agrarflächen mittels halboffener Verbundkorridore

Projekt: Forschung

Projektbeteiligte

  • Universität Hamburg
Mit steigendem Energiebedarf wachsen in den kommenden Jahren zugleich die Herausforderungen, neue Formen einer nachhaltigen Energieerzeugung zu entwickeln, um (u.a.) der Emission von Treibhausgasen wie auch dem Verbrauch begrenzter Ressourcen an fossilen Energieträgern entgegen-zuwirken. Als eine mögliche Form der nachhaltigen Erzeugung von Energie wird dabei die Produktion von Biomasse diskutiert, welche auf biochemisch-mikrobiellem Wege wiederum Biogas oder andere Energieträger (z.B. Ethanol, Öle) zur Verfügung stellen würde. Somit nahm in den vergangenen Jahren der Anbau von sogenannten „Energiepflanzen“ kontinuierlich zu. Allerdings hat die agrarische Bereitstellung nachwachsender Rohstoffe für Energiezwecke – neben dem Bedarf einer Steigerung der Nahrungsmittelproduktion – zur Folge, dass sich der Nutzungsdruck auf landwirtschaftliche Nutzflächen kontinuierlich erhöht. Werden zusätzliche Flächen landwirtschaftlich genutzt oder die Nutzung auf bestehenden Agrarflächen intensiviert, birgt dies zugleich auch verschiedene Risiken, so zum Beispiel ein weiterhin voranschreitender Verlust an Biodiversität, eine Auswaschung von Nährstoffen (z.B. Nitrat) in das Grundwasser, eine Zehrung von Humus im Bodenkörper oder eine Emission klimawirksamer Gase (z.B. Lachgas) aus entsprechenden Agrarflächen. Alleine im Bundesgebiet wurden im Zeitraum von 2003 bis 2008 etwa vier Prozent der Grünlandfläche in Agrarfläche umgewandelt, u.a. als Folge eines intensivierten Anbaus von Energiepflanzen. Diese Intensivierungen der Landwirtschaft hat auch für Agrarökosysteme problematische Folgen, z.B. eine Verengung von Fruchtfolgen, Monokulturen, Entnahme ökologisch funktionaler Biomasse und verstärkter Pestizideinsatz. In diesem, vom Bundesamt für Naturschutz finanzierten Projekt wird untersucht, ob "Blühstreifen-Programme" die mit Energiepflanzen-Äckern einhergehenden negativen Folgen zumindest teilweise kompensieren können. Untersucht wird konkret, ob Blühstreifen eine Ansiedlung und Ausbreitung von Arten angrenzender (extensiver) Offenlandschaften erlauben und Blühstreifen zugleich einem lateralen Nährstofftransport und einer damit einhergehenden Eutrophierung der an Energiepflanzen-Äcker angrenzenden Offenlandschaften entgegenwirken können.
StatusAbgeschlossen
Zeitraum01.09.1629.02.20
Art der FinanzierungGefördert vom Bundesamt für Naturschutz