Mediale Teilhabe. Partizipation zwischen Anspruch und Inanspruchnahme

Projekt: Forschung

Projektbeteiligte

  • Universität Konstanz
Grundlage der Theorie medialer Teilhabe bildet eine prozessuale Medialität, die die relationalen Assemblagen und heterogenen Konfigurationen von Teilhabe ermöglicht oder verhindert. Teilhabe wird somit durch die genauer zu bestimmenden medialen Ereignisse und die ihnen ko-konstitutiven Relationen beschreibbar. Die in der Fortsetzung stärker zu profilierende historische und politische Dimension im Rahmen einer Auslotung der Alternativen der Moderne ermöglicht nicht nur eine kritische Bearbeitung des Begriffs der Relation in der relationalen Anthropologie, sondern erlaubt auch eine bestimmte Theoretisierung medialer Teilhabe, in der prekäre Subjektivierungen und ihre soziokulturellen, politischen und ökonomischen Umweltlichkeiten als wechselseitig verfertigte denkbar werden. Ausgehend von den Ergebnissen der ersten Phase konnten theoretische Problemlagen identifiziert werden, die erneut auf der Ebene von Fallstudien, vor allem aber theoretisch adressiert werden. In den Teilprojektstudien wird der radikal ontologische Gemeinschaftsbegriff Nancys in soziopolitischen, technoökologischen und ökonomischen Diskursen des Gemeinsamen weiterentwickelt. Damit wird der Aspekt der Praktiken und insbesondere der prozessualen Verfertigung gestärkt, gleichzeitig adressieren wir aktuelle Diskurse um die problematischen Verflechtungen zwischen kapitalistischer Ökonomie und Ökologie, wie sie in Diskussionen über Gemeinschaften und Kollektive an Bedeutung gewonnen haben. Vor dem Hintergrund der ersten Phase wird eine medientheoretische Bestimmung von Teilhabeprozessen über die forschungsleitenden Modalitäten des Verschaltens (TP 1, 2, 3), des Temporalisierens (TP 3, 4) und des Kritisierens (1, 5) spezifiziert. Diese begreifen sich als systematische Weiterentwicklung des Mit-, Ver- und Widersprechens der ersten Phase. Mit der Identifikation dieser Modalitäten erweitern wir die Perspektive auf nonverbale, wie z.B. sensorisch-affektive Verschaltungen. Versprechen adressieren wir nicht mehr als Utopie, sondern untersuchen immanente Temporalitäten der Prozesse selbst. Widersprechen wird auf spezifische Formen teilhabenden Kritisierens hin ausgestaltet, die der Relationalität der entstehenden Machtgefüge Rechnung tragen. Die Analyse unterschiedlicher medialer Assemblagen in den Teilprojekten liefert Erkenntnisse über die soziotechnischen Verschaltungen, die in ihren spezifischen Temporalitäten neue Formen teilhabender Kritik für die Theorie medialer Teilhabe hervorbringen. Die Arbeiten in den Teilprojekten basieren allesamt auf einem prozessualen Medienbegriff und einer methodischen Herangehensweise, die diskurshistorische und -analytische mit sozialwissenschaftlichen Zugängen kombiniert. Dabei wird in den Teilprojekten auf Texte, Bilder, Interviews und Daten zurückgegriffen, die in einer erweiterten Diskursanalyse ebenso fruchtbar gemacht werden (TP 1, 2, 5), wie die Analyse von Praktiken, die durch digitale Prozesse sichtbar werden (TP 3, 4).
StatusLaufend
Zeitraum01.10.1501.10.21
URLhttp://gepris.dfg.de/gepris/projekt/258454408?language=en