Making Sense(s). Die Medialität der Nahsinne

Projekt: Forschung

Projektbeteiligte

Kulturhistorische und epistemologische Studien über Geruch und Geschmack bringen das ›Projekt der Moderne‹ mit der Anästhetisierung dieser Sinne zusammen – sie seien Antithesen zur Rationalität und olfaktorischen Neutralität moderner Lebens- und Verhaltensstandards. Diese Entwicklung schien bislang an den technischen Interfaces und in den technischen Environments digitaler Kulturen ihren Höhepunkt zu finden – Geruch und Geschmack glitten umso mehr ins Abseits digitaler Weltentwürfe, je stärker digitale Technologien als Effektoren eines cleanen Fortschritts hinein in die postindustrielle Gesellschaft konzipiert wurden. Jüngst jedoch leben sie im Kontext affektiver und ›emotionaler‹ Computing-Ansätze in techno-synthetischer Form wieder auf. Indem sich das Forschungsprojekt einer kritischen Analyse und medienhistorischen Einordnung von Anwendungsversuchen olfaktorischen und gustatorischen Wissens im Schnittbereich von Sensory Science und Human Computer Interaction widmet, exploriert es eine Grenzfunktion nicht nur Digitaler Technologien, sondern auch der Genese Digitaler Kulturen. Geplant: Auftakt-Workshop in 6/2019 an der Leuphana Universität, Workshop-Reihe bis 2021.
Zeitraum12.06.19 → …