Initiative "Nachhaltigkeit und Journalismus" - Durchführung einer Experten-Workshop-Reihe und Entwicklung von Modulen für die Aus- und Weiterbildung

Projekt: Transfer (Weiterbildung)

Projektbeteiligte

Im Herbst 2012 startete das Institut für Umweltkommunikation (INFU) an der Leuphana Universität Lüneburg die Initiative „Nachhaltigkeit und Journalismus“ (I N&J). Sie wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt. Das übergreifende Ziel der Initiative ist es, einen wirksamen Beitrag zur Unterstützung des Nachhaltigkeitsjournalismus in Deutschland zu leisten.

Vorangetrieben wird die Initiative von einem transdisziplinären Projektteam bestehend aus Wissenschaftler_innen und Journalist_innen. In wissenschaftlichen Vorarbeiten werden der Diskussionsstand und Entwicklungstendenzen in der journalistischen Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsfragen erfasst. Diese werden anschließend in Werkstattgesprächen mit ausgewählten Expert_innen aus dem journalistischen Bereich diskutiert und weiterentwickelt. Ziel ist es, Qualitätskriterien für einen guten Nachhaltigkeitsjournalismus zu erarbeiten und den Bedarf an Qualifizierungsangeboten zu erfassen. Die Initiative Nachhaltigkeit und Journalismus ist aber selbst auch Experimentierraum, in dem Praxisbeispiele, Materialien und Module für den Einsatz in der journalistischen Aus- und Weiterbildung in Deutschland entwickelt werden.

Die Initiative Nachhaltigkeit und Journalismus ist als Innovationsvorhaben konzipiert. Mit dem Innovationsbegriff ist der Anspruch verbunden, Ideen, Ansätze und deren Verbreitung als Gesamtkomplex zu betrachten und zu befördern. Das Vorhaben widmet sich der Idee eines qualifizierten, hochwertigen und kompetenten Nachhaltigkeitsjournalismus. Es geht der Frage nach, vor welche Herausforderungen Journalistinnen und Journalisten durch die Renaissance von Umwelt‐ und Nachhaltigkeitsthemen gestellt sind, identifiziert daraus erwachsende Qualifizierungsbedarfe und exploriert im Rahmen einer Situations‐ und Fallanalyse sowie einer Workshop-Reihe bestehende Qualifizierungsangebote für Journalistinnen und Journalisten im Kontext nachhaltiger Entwicklung. Parallel dazu werden im Dialog mit journalistischen Fachleuten aus der Praxis sowie mit Expert_innen der Nachhaltigkeits‐ und Medienwissenschaften in einem transdisziplinären Prozess Qualitätskriterien des Nachhaltigkeitsjournalismus entwickelt und deren Umsetzung in der journalistischen Praxis im Rahmen einer Medienanalyse überprüft. Die dabei identifizierten Good‐Practice‐Beispiele werden im Rahmen eines weiteren Workshops diskutiert und fließen in die Entwicklung konkreter Praxismaterialien zur Unterstützung der journalistischen Aus‐ und Weiterbildung ein. Durch diese Maßnahmen trägt das Vorhaben zur Qualitätsentwicklung im Bereich der journalistischen Aus‐ und Weiterbildung und damit auch zur Stärkung innovativer journalistischer Beiträge im Bereich der Umweltkommunikation bei.

Die Initiative Nachhaltigkeit und Journalismus gliedert sich in die vier Module Qualität, Analyse, Qualifikation und Transfer.

Im ersten Modul werden durch eine Literaturauswertung, ein Experten‐Delphi und ein Werkstattgespräch transdisziplinär Qualitätskriterien für einen Nachhaltigkeitsjournalismus diskutiert und entwickelt.

Das zweite Modul betrachtet die Qualifizierungssituation im Bereich Nachhaltigkeitsjournalismus. Eine Strukturanalyse erarbeitet einen aktuellen Überblick über einschlägige Qualifizierungsangebote im Bereich der Aus- und Weiterbildung im Raum der Bundesrepublik Deutschland. Am konkreten Anwendungsfall des modellhaften zweisemestrigen Zertifikatsstudienprogramms „Nachhaltigkeit und Journalismus“, das an der Professional School der Leuphana Universität Lüneburg konzipiert und zum Wintersemester 2012/2013 startete, werden Anhaltspunkte über allgemeine Erwartungen und Bedarfe an Weiterbildungsangebote im Bereich des Nachhaltigkeitsjournalismus aus Sicht von Praktikerinnen und Praktikern gewonnen. Desweiteren liefert die Fallanalyse Hinweise auf die Wirksamkeit eines modellhaften Qualifizierungsangebotes, die für die Weiterentwicklung bestehender sowie die Konzeption weiterer Studienangebote fruchtbar gemacht werden können. Schließlich wird auf Grundlage der zuvor entwickelten Qualitätskriterien eine Medienanalyse durchgeführt, die Aussagen über den Stand der praktischen journalistischen Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsfragen ermöglicht und Aufschlüsse über gute Praxis und Nachholbedarfe liefert.

Das dritte Modul bildet ein Herzstück des Vorhabens. Es werden Materialien für die Aus- und Weiterbildung für Journalist_innen im Bereich der Nachhaltigkeit entwickelt. Neben Studienbriefen und der Dokumentation von Beispielen guter Praxis werden explizit auch eigene experimentelle Formate entwickelt.

Das letzte der vier Module zielt darauf ab, die im Rahmen des Vorhabens gewonnenen Ergebnisse und entwickelten Materialien in die Breite der journalistischen Aus‐ und Weiterbildung zu tragen. Unterstützend zu diesem Ziel wird ein Netzwerk etabliert, das die vom Vorhaben ausgehenden Impulse über den Projektzeitraum hinaus weiterführt und in der journalistischen Community institutionalisiert. Prominente Plattform dafür ist ein eigenes Abschlussforum.
StatusAbgeschlossen
Zeitraum19.09.1218.03.15
Art der FinanzierungGefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Förderkennzeichen oder VertragsnummerAZ 30564-43/0

Publikationen

Zugehörige Aktivitäten

Presseberichte