Implementierung von Slow Tourism mit präventiven Gesundheitsangeboten für die Destination Bad Bevensen

Projekt: Praxisprojekt

Projektbeteiligte

  • Bad Bevensen Marketing GmbH
Ländliche Destinationen werden oftmals im Tourismus kaum wahrgenommen. Kurorte in der Peripherie konnten sich in der Vergangenheit jedoch durch ihre speziellen, auf Gesundheit ausgerichteten Angebote oftmals eindeutig positionieren. Durch verschiedene Gesundheitsreformen hat sich dieses Geschäftsfeld jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten in Deutschland stark verändert. Während Krankenkassen früher für einen kontinuierlichen und verlässlichen Zustrom von Gästen sorgten, müssen sich die Destinationen heute durch attraktive Angebote im Selbstzahlersegment positionieren. Neben der Gesundheitsgesetzgebung hat auch der Demographische Wandel einen starken Einfluss auf die Destinationen. So reisen z.B. zunehmend Gäste im fortgeschrittenen Alter. Daneben spielen gesellschaftliche Entwicklungen wie der Trend zur Langsamkeit (Slow Food-Bewegung, Città Slow-Bewegung, Slow Tourism) eine wichtige Rolle.
Auch für den Heidekurort Bad Bevensen lassen sich diese Tendenzen nachvollziehen. Daher übernahm die Gastprofessur für Gesundheitstourismus im Innovations-Inkubator, Prof. Dr. Monika Rulle, die Aufgabe, neue Gästegruppen für die Region zu definieren und Angebote für diese zu schaffen. Dabei sollte eine Verjüngung der Gästestruktur mit Ziel 50+, eine Erweiterung vor allem im Bereich Spiritueller-/Kulturtourismus und Aktivurlaub, eine Erhöhung der Einnahmen der Therme durch Verstärkung des Gesundheitsstandortes, sowie eine Etablierung der Zukunftsfähigkeit des Gesundheitsstandortes Bad Bevensen erreicht werden.
In einem ersten Arbeitsschritt wurden globale sowie nationale Trends im Tourismus für die Region analysiert und regionale Angebote entsprechend ermittelt. In einer Auftaktveranstaltung wurden alle Bürger sowie Anbieter der Region Bad Bevensen im Bereich Tourismus und Gesundheit über die Ziele der Entwicklung von Angeboten im Bereich von Slow Tourism informiert.
Anschließend wurden drei Arbeitsgruppen der verschiedenen touristischen Bereiche gebildet, die Slow Tourism in der Region Bad Bevensen abbilden: „Gesundheit“, „Natur, Regionalität, Heimat“ sowie „Spiritualität“. Die Akzeptanz des Projekts und die Bereitschaft zur Mitarbeit können als sehr hoch eingeschätzt werden, da die Arbeitsgruppen rege besucht wurden. Ziel sollten zum einen die Entwicklung von buchbaren touristischen Produkten unter Einbeziehung lokaler Dienstleister sein, sowie zum anderen die Schaffung einer Basis zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Netzwerke über die Laufzeit des Innovations-Inkubators hinaus. Dabei wurden in einem ersten Schritt die optimalen Ergebnisse formuliert und an Hand von lokalen Gegebenheiten Defizite eruiert.
In einem weiteren Schritt stand die folgende Zeit im Zeichen der Konkretisierung der Angebote des Slow Tourism in Bad Bevensen. Es fanden weitere Workshops statt, die sich mit der touristischen Dienstleistungskette beschäftigten und in denen am theoretischen Modell den touristischen Akteuren die Gestaltung erfolgreicher Produktentwicklung erläutert wurde.
Nach Vorbereitungstreffen mit der Bad Bevensen Marketing GmbH und Keck Medical fand eine Veranstaltung mit allen Arbeitsgruppen statt, in der die Vernetzung der Akteure und ihrer Arbeitsergebnisse erfolgte. Es wurde eine Perspektive für die Entwicklung von gesundheitstouristischen Angeboten in den kommenden drei Jahren ausgearbeitet. Damit werden die bisherigen Ergebnisse für andere Angebote der Region kopierbar. Im Rahmen der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB), der weltgrößten Tourismus-Fachmesse, wurden Konkurrenzangebote analysiert.
Es wurden Produkte finalisiert und durch Flyer und andere Vermarktungsformen an den Endkunden kommuniziert. Als Information für alle interessierten Bürger fand eine rege besuchte Abschlussveranstaltung statt.
Die im Winter 2012/13 entstandene Zusammenarbeit hat sich als tragfähig erwiesen. Die Treffen der unterschiedlichen Arbeitsgruppen (Gesundheit, Spiritualität, Natur/Heimat/Regionalität) sollen im jährlichen Rhythmus fortgeführt werden.
StatusAbgeschlossen
Zeitraum01.04.1230.06.13

    Fachgebiete

  • Tourismuswissenschaften - Slow Tourism, Gesundheitstourismus, Naturtourismus, Kulturtourismus, Ländliche Räume, Regionale Vernetzung