FairVerkehr - Entschleunigung des innerörtlichen Straßenverkehrs durch künstlerische Installationen

Projekt: Forschung

Projektbeteiligte

Lüneburg/Ottersberg/Hamburg. Können künstlerische Installationen dabei helfen, den innerörtlichen Straßenverkehr zu entschleunigen? Antworten auf diese Frage will ein Verbundbundprojekt koordiniert durch die Leuphana Universität Lüneburg geben. Gemeinsam mit der TU Hamburg und der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg hat der Lüneburger Wirtschaftspsychologe Professor Dr. Rainer Höger zusammen mit den Kollegen jetzt ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben an den Start gebracht, mit dem im Laufe eines Jahres bei einem Feldversuch in zwei ländlichen Gemeinden in Niedersachsen Daten gesammelt werden sollen. Die Finanzierung für das Projekt "FairVerkehr" übernimmt mit einer Zuwendung in Höhe von 100.000 € das Ministerium für Landwirtschat, Ernährung und Verbraucherschutz Niedersach-sen.
Ausgangspunkt ist ein Pilotprojekt aus dem Jahr 2017. Damals fand man heraus, dass punktuell im Straßenraum aufgestellte Kunstobjekte grundsätzlich dazu in der Lage sind, das Fahrverhalten von Autofahrern im Sinne einer Geschwindigkeitsreduktion zu beeinflussen. Unklar blieb allerdings, worauf genau der gefundene Effekt beruht und inwieweit er über die Zeit stabil bleibt.
Eine Analyse des Blickverhaltens der Autofahrer legt die Vermutung nahe, dass die verhaltensbeeinflussende Wirkung im Wesentlichen auf die Attraktion der Aufmerksamkeit durch die Kunstobjekte zurückgeht. Der Autofahrer verringert also seine Geschwindigkeit, um die Kunstobjekte genauer zu inspizieren, ohne eine Verkehrsgefährdung zu provozieren.
Die Forscher wollen jetzt zusammen mit der betroffenen Wohnbevölkerung herausfinden, ob Kunstobjekte die Atmosphäre von Wohnquartieren so beeinflussen oder verstärken können, dass Autofahrer mit einer Geschwindigkeitsreduktion darauf reagieren. Dafür sollen künstlerische Installationen im Straßenraum entstehen und die Reaktion der Autofahrer darauf mit verkehrstechnischen Messungen und wahrnehmungspsychologischen Untersuchungen ermittelt werden.
StatusLaufend
Zeitraum06.11.1916.12.20
Art der FinanzierungGefördert vom Niedersächsischen Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Förderkennzeichen oder Vertragsnummer70200209