Erfassung von nachhaltigkeitsrelevanten Kompetenzen bei Studierenden

Projekt: Forschung

Projektbeteiligte

Vor dem Hintergrund des Globalen Wandels soll Hochschulbildung für eine nachhaltige Entwicklung (HBNE) Studierenden den Erwerb von Schlüsselkompetenzen ermöglichen, die sie zum Umgang mit Komplexität und zu einer nachhaltigen Gestaltung der (Welt-)Gesellschaft befähigen. Dies setzt eine entsprechende Ausrichtung der universitären Lehr-Lern-Settings voraus. Das Ziel einer solchen Anpassung existierender Curricula ist die Gestaltung von Settings, in denen disziplinärer Wissenserwerb mit interdisziplinären, problem-orientierten Ansätzen verknüpft und verschiedene Wissensbestände hinsichtlich der Lösung von Problemen nicht-nachhaltiger Entwicklung integriert werden.
In den letzten Jahren ist eine Reihe von Initiativen und Projekten entwickelt worden, die nachhaltige Entwicklung als einen wichtigen Gegenstand von Hochschulbildung betrachten. Verschiedene Studiengänge haben Fragen einer nachhaltigen Entwicklung aufgegriffen, und neue Studienprogramme sind entwickelt worden, in denen eine vorrangige Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit stattfindet. Trotzdem bleibt die Herausforderung einer umfassenden Implementierung von Hochschulbildung für eine nachhaltige Entwicklung und einer weitreichenden Änderung von existierenden Curricula bestehen. Unter anderem wird die Frage der Auswahl von nachhaltigkeitsrelevanten Schlüsselkompetenzen, die in der Hochschulbildung erworben werden sollen, noch diskutiert. Zudem gibt es bisher in der (H)BNE-Forschung nur wenige Ansätze, die auf die Entwicklung methodischer Instrumente zur Erfassung von Kompetenzentwicklung abzielen. Es finden bei der Modellierung und Erfassung von Kompetenzen unterschiedliche Methoden Anwendung: Einige Studien analysieren Kompetenzen eher quantitativ oder qualitativ, während in anderen Untersuchungen ein Methodenmix zum Einsatz kommt. Es gibt bislang keine Einigkeit über eine favorisierte Methode zur Erfassung von Kompetenzen.

Im Hochschulbereich stellen evidenzbasierte Kompetenzmodelle noch immer die Ausnahme dar; es sind dort nur wenig Kompetenzmessverfahren vorhanden. Daher hat die OECD das internationale Projekt „Assessment of Higher Education Learning Outcomes” (AHELO) initiiert, in dem generische und disziplinbezogene Kompetenzen von Studierenden erhoben werden sollen; und das BMBF fördert Forschungsvorhaben zum Themenfeld „Kompetenzmodellierung und Kompetenzerfassung im Hochschulsektor“. Auch in der BNE-Kompetenzforschung haben sich bisher wenige Studien mit der Erfassung von nachhaltigkeitsrelevanten Kompetenzen bei Studierenden oder Hochschulabsolvent(inn)en beschäftigt.

Die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Kompetenzmessung – besonders psychometrische Modelle – finden in der (BNE-)Kompetenzforschung bisher kaum Berücksichtigung. Erste Ansätze zur Messung von Bewertungskompetenz konzentrieren sich auf kognitive Dispositionen. Dies gilt nicht nur für die Kompetenzforschung im Bereich der BNE, sondern auch für das DFG-Schwerpunktprogramm „Kompetenzmodelle“, das kognitive Dispositionen in den Blick nimmt. Was noch aussteht, ist eine Integration und Operationalisierung von nicht-kognitiven Dispositionen, die als wichtige Elemente von Schlüsselkompetenzen zu betrachten sind. Die Operationalisierung und empirische Erfassung von Handlungskompetenzen sind als Desiderat zu betrachten.

Ausgehend von diesen Wissensdefiziten untersucht das Kleinforschungsprojekt folgende Forschungsfragen:
- Wie lassen sich Kompetenzen für nachhaltige Entwicklung in einem Kompetenzmodell operationalisieren?
- Wie lässt sich die Entwicklung dieser Kompetenzen für nachhaltige Entwicklung bei Studierenden empirisch erfassen?

Im Rahmen des Kleinforschungsprojekts soll ein Forschungsantrag bei der DFG vorbereitet werden.
StatusAbgeschlossen
Zeitraum01.05.1230.04.13
Art der FinanzierungKleinforschungsprojekt aus Mitteln der Leuphana Forschungsförderung